BOXkultur

Literaturtip Literatur:
Joyce Carol Oates: Über Boxen. Ein Essay (Orig. „On Boxing” 1987 by the Ontario Review, Inc.), Manesse Bücherei, CH-Zürich 1988. ISBN 3-7175-8120-1, 9,90 Euro.
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mehr hier lesen Chris Byrd vs. Wladimir Klitschko
Aktualisiert: 08.05.2015   DruckenKontakt oder Feetback

BOXkultur

Justizministerium will Profiboxer die Zukunft verbauen

Prominentenmalus gegen Jürgen Brähmer

Bert Schenk

Jürgen Brähmer hätte am 26. März in Riesa im Rahmenprogramm des EM-Kampfes zwischen Thomas Ulrich und Matthew Barney wieder erste Schritte in seine Berufswelt und in seine Zukunft unternehmen können.

Universum Box-Promotion wollte den Supermittelgewichtler für den einen Abend frei bekommen. Doch das Justizministerium stellt sich stur. Brähmer soll bis Sommer die ganze Haftstrafe verbüßen.

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Ich boxe, also bin ich?

Über die Schwierigkeit, neue Lebensräume zu betreten...

Dariusz

Die folgende Litanei kennt Michalczewski mittlerweile in- und auswendig: „Dariusz, wann hören Sie (endlich) mit dem Boxen auf?

Und dann antwortet er gezwungenermaßen ebenso litaneihaft: „Ich muss erst darüber schlafen!” Tatsächlich spricht mehr dagegen als dafür, dass Der Tiger mit dem Boxen aufhört. Ziehen wir seine Autobiographie zu Rate, wird das deutlich:

„ …die ungebremste, ursprüngliche Freude am Sieg, die völlige Entspanntheit, die Fröhlichkeit, das Lachen nach dem Kampf, die Lust am Triumph und am Feiern. Es ist wie eine Sucht. Ohne Jubel könnte ich nicht leben.” (S. 22)

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Kinder und Schwangere am Ring

Dieser Film ist für Jugendliche unter 14 Jahren nicht geeignet!” – liest man im Vorspann mancher Filme. Der Satz ist kein Witz. Er beruht auf Jugend– und Kinderschutzgesetzen, die wiederum auf den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie beruhen.

Wer heutzutage noch klar im Kopf ist, kann alternativ auch den gesunden Menschenverstand bemühen…

Denn natürlich geht es um die Verantwortung von Erwachsenen! Man darf weder den kindlichen Körper noch die kindliche Seele verletzen oder unverhältnismäßigen Stresssituationen aussetzen. Solche Gesetze und Regelungen sind für Kinder lebenswichtig; für ihre gesunde Entwicklung.

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„Es ist in der Tat der einzige Sport, in dem Wut ihren Platz findet, in dem sie geadelt ist.

Es ist die einzige menschliche Aktivität, in der Wut (…) zur Kunst wird…”

( Joyce Carol Oates )

„Es gibt da noch einen Aspekt, der in der Öffentlichkeit sehr selten rüberkommt: Im Männerboxen machen sich die Manager und Matchmaker, also diejenigen, die für das Aussuchen der Gegner zuständig sind, jede Menge Gedanken darüber, ob der jeweilige Kontrahent auch gut zu ihrem Schützling passt.

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sven Ottke fast immer nur typische Schläger boxt? Angreifer-Typen, die perfekt auf seinen Konterstil passen? Das sind gute und WM-würdige Herausforderer – und dennoch für seine Art des Kampfes.

Denn bei vier großen und einem Dutzend kleinen Weltverbänden in der Männerboxwelt kann man sich sehr gut aussuchen, wen man verpflichtet. Und so genannte ,Stinker', also Boxer, die einen Kampf durch ihren sperrigen Stil zerstören können, lässt man einfach verhungern. Die boxt niemand. Ich habe diesen Luxus nicht.”

( Regina Halmich, 2003, S. 135 )

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„Quitschko”

Boxen heute: Zwischen Göttersport und Proll-Belustigung?

(im Vorfeld des Kampfes zwischen Lennox Lewis und Vitali Klitschko, 21.6.2003)

In Artikeln US-amerikanischer Zeitungen wurde in den Tagen vor dem „Kampf der Titanen” (Zitat: www.lennoxlewis.com) nahezu ausschließlich primitives Machopalaver von sich gegeben.

Dreh– und Angelpunkt war dabei der Kampf von Vitali gegen Chris Byrd im April 2000, wo er nach Sicht der US-Medien – trotz schwerer Verletzung – besser sein Hirn ausgeschaltet und den Kampf weitergeführt hätte.

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Menschenrechte: Offener Rassismus in deutschen Boxforen.

Über „Briketts”, „Knoblauchfresser”, „Parasiten”, „Affen”, „Gesindel” und andere nicht–deutsche Ureinwohner…

Rassismus „Kampf des Jahrhunderts” im Schwergewicht, 4. Juli 1910, Reno (Nevada): Jack Johnson siegt per KO über Jim Jeffries Titel der Zeitung: „La Victoire Du Negre” (der Sieg des Negers)

Neben dem offenen und verdeckten Sexismus, der sich gegen Boxerinnen und boxbegeisterte Frauen richtet, gibt es nach wie vor den anderen Ismus:

Rassismus.

Dieser äußert sich in manchen Foren diverser Box–Webseiten und wird oftmals nicht gelöscht, obwohl es mittlerweile Gesetze dazu gibt und den Betreibern – unabhängig davon – zumindest das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland bekannt sein sollte…

Manche sortieren solche Unsäglichkeiten gar in die Kategorie „ Meinungsfreiheit” ein! Ist das nur Naivität? Leben solche Menschen virtuell in den USA, wo dies qua Verfassung in der Tat so gehandhabt wird? Wissen sie nicht, dass die deutsche Verfassung und das gesamte Rechtssystem völlig anders gestrickt sind? Oder sind sie einfach nur verantwortungslos und zu bequem, um sich damit zu befassen? Wer weiß.

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Boxen und Aggressionsabbau: Gut für Täter und Opfer?

Einsichten aus einem Box-Gym in Reutlingen für Jugendliche aus sogenannten Randgruppen

Ein Gespräch mit Max Herfert, Leiter eines Box–Gym in Reutlingen, in dem u.a. Jugendliche aus Randgruppen trainieren. Das Boxtraining ist kostenlos und läuft unter dem baden–württembergischen Landesprojekt „Zukunftsoffensive junge Generation”.

MH: Max Herfert,
FK: Franziska Kelly

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Sexualisierte Gewalt im Sport.

Der Umgang mit den Opfern.

Zugedeckelt!

Wie man an der Gewaltspirale kurbelt, anstatt sie anzuhalten.

Alle paar Jahre taucht für die Öffentlichkeit die Spitze eines Eisbergs auf. Ende der 90er Jahre war es beispielsweise der Eiskunstlauftrainer Karel Fajfr. Anklage: „sexueller Missbrauch”. 2003 tischten uns die Medien den Fall des Berliner Boxtrainers Papke auf. Gleich drei junge Boxer hatten ihm sexualisierte Misshandlungen vorgeworfen.

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Sexualisierte Gewalt im Sport.

Der Umgang mit Tätern.

„I just hate her guts.” (Ich hasse ihre Widerstandskraft.) „But now I really do want to rape her.” (Aber nun möchte ich es wirklich: sie vergewaltigen.) O-Töne von Mike Tyson.

Mike Tyson drohte einem seiner Opfer ganz offiziell mit erneuter Vergewaltigung … und durfte trotzdem weiter frei rumlaufen!

Vergewaltiger sind Wiederholungstäter. Das ist Fakt.

Die Auswirkungen einer Vergewaltigung sind qualifizierten Psycholog/innen und Kriminalbeamten bekannt: während der Tat geht es für das Opfer (egal ob Frau, Kind oder Mann) um das reine Überleben. Danach ist es keineswegs vorbei. Im Gegenteil. Die Qual – wir nennen das kurz gefasst Traumatisierung – geht weiter und hört oftmals bis zum Lebensende nicht auf. Die körperlichen und seelischen Symptome klingen für Laien, so sie sie überhaupt hören wollen, wie eine Rezeptur aus einem Gruselkabinett. Aber in Wirklichkeit will niemand solch eine Andeutung auch nur hören.

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