Dies und Das

Literaturtip Literatur:
Joyce Carol Oates: Über Boxen. Ein Essay (Orig. „On Boxing” 1987 by the Ontario Review, Inc.), Manesse Bücherei, CH-Zürich 1988. ISBN 3-7175-8120-1, 9,90 Euro.
Barbara Buttrick [Quelle: Barbara Buttrick, Pionierin des Boxens für Frauen! Foto aus: Bertram Job, „Boxen” ]
Aktualisiert: 02.05.2006   DruckenKontakt oder Feetback

Dies und Das

Ich habe keine Schwierigkeit, Boxen als Sport zu rechtfertigen, weil ich es nie als Sport gesehen habe. Boxen hat grundsätzlich nichts Spielerisches, nichts Helles, nichts Gefälliges an sich. In seinen intensivsten Momenten ist es ein so ungebrochenes und so machtvolles Bild des Lebens – seiner Schönheit, seiner Verletzlichkeit und Verzweiflung, seines unberechenbaren und oft selbst zerstörerischen Muts –, dass es das Leben selbst ist und kaum ein bloßer Sport…”
(Joyce Carol Oates)

„ Acht Jahre später sieht Barbara Buttrick
    regelmäßig die Resultatslisten großer
       Box-Veranstaltungen durch und
           weiß, dass sie Recht behalten hat:

„Las Vegas, Atlantic City oder New York – immer sind Frauen mit im Programm. In Berlin, Paris und London ganz genauso. Die großen Promoter sind längst auf das Frauenboxen aufmerksam geworden.

Ich würde mir nur wünschen, dass weniger Wert auf die Vermarktung von Pin–Up–Girls gelegt wird und dafür mehr Gewicht auf die Qualität des Boxens.”

Es war ein langer Weg seit 1995, und ein noch viel längerer Weg ist es bis zum Ziel.”

(Regina Halmich, 2003, S. 12)

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Boxer und Erotik?

Backside von Max

Durchtrainierte Männerkörper gelten als erotisch. Dabei gibt es höchst unterschiedliche Formen; je nach Sportart eben. So sieht ein Langläufer im Vergleich zu einem Sprinter beinah wie ein Spargeltarzan aus. Der Körper eines Schwimmers wirkt im Gegensatz zu dem eines Gewichthebers oder Kugelstoßers höchst elegant.

Und ein Boxer hat verglichen mit einem unharmonisch „ausgebeulten” Bodybuilder gut verteilte Muskeln, die nicht „zu reinen Anschauungszwecken” erworben wurden, sondern eine ganz bestimmte sportliche Funktion erfüllen.

So unterschiedlich wie die Formen, so unterschiedlich sind die Geschmäcker in der Beurteilung darüber, wer denn nun erotisch ist und wer eher nicht.

Nun, das Thema „Erotik” ist an sich spannend. Ihre Entstehung haben wir unseren Vorfahr/innen zu verdanken!

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„Boxer sind Schläger!?”

TEIL 1

Über die Leichtigkeit, Stereotypen zu bestätigen u nd von der Schwierigkeit, das Gegenteil zu beweisen.

Training auf der Wiese

Es gibt vermutlich keine Sportart, die sich von allen anderen auf mehrerlei Weise so abhebt, wie das Boxen. Das hervorstechendste Merkmal ist die hier angeblich ausgeübte Gewalt gegen einen anderen Menschen. Boxen gilt – im Gegensatz zum Fußball, Pferderennen oder Fechten – als brutal. Vorurteile und Stereotypen sind eher die Regel als die Ausnahme.

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„Boxer sind Schläger!?”

TEIL II

Wann gilt ein Mann als Mann?

Jungs am Ring

Bevor jemand beim Auftauchen von Konflikten eher zuschlägt – anstatt sich mit Worten auseinander zu setzen oder einfach wegzugehen –, ist etwas geschehen, was mit der männlichen Sozialisation viel und mit der Ausbildung zum Boxprofi wenig zu tun hat. Es ist grundsätzlicher:

Erstens zeigen sämtliche Statistiken ( Kriminalstatistiken, Forschung ), dass es v.a. Männer sind, die zuschlagen und/oder vergewaltigen ( womit schlagende und vergewaltigende Frauen keineswegs ausgeblendet werden sollen! )

zweitens: da männliche Babys nicht als Schläger oder Vergewaltiger auf die Welt kommen, muss drittens in der Entwicklung zum Mann eine Menge schief gelaufen sein. Diese Aussage und die folgenden Erklärungen sollen Gewalttaten keineswegs rechtfertigen oder entschuldigen!

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„Boxer sind Schläger!?”

TEIL III

Nein! Aber das „Übel” an der Wurzel packen!

Braehmer Timm.jpg TITEL: „Brähmer und Trainer Timm” Quelle

Vor dem Hintergrund der vorigen Kapitel zu diesem Thema, dürfte deutlich geworden sein, dass der Satz:

Jungs, die boxen, prügeln sich nicht ” für sich allein genommen - wenig sinnvoll ist. Die Wirklichkeit beweist doch immer wieder das Gegenteil. Sicherlich ist dieses Credo gut gemeint und hat ein wünschenswertes Ziel im Auge.

Aber bedauerlicherweise beinhaltet diese Aussage nichts weiter als eine naive Hoffnung und ist aus praktisch psychologischer Sicht sowie aus der Erfahrung von Gewaltberatern schlicht falsch.

Die These: „ Jungs, die boxen, lernen dadurch, „wie es geht””, hat mindestens die gleiche Berechtigung, wenn nicht etwas Wesentliches dazukommt: Zuwendung und das Erlernen sozialen Verhaltens

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