Aktualisiert: 01.05.2006   DruckenKontakt oder Feetback

Boxen als Therapie

Boxsport: Ein pädagogisches Instrument für Jungen und Mädchen?

Vorurteile versus Fakten

Ein regelmäßiges und vernünftig betriebenes Sporttraining macht fit und hält langfristig gesund. Das ist nichts Neues. Aber dass Sport – insbesondere Kampfsportarten – Aggressionen abbauen und Aggressionshemmungen lösen helfen kann, hat sich noch nicht herumgesprochen. Leider. Dabei wäre gerade bei der heutigen Jugend und den zunehmenden Verhaltensstörungen - ansteigende Gewaltbereitschaft, Konfliktunfähigkeit u.v.m. – ein Gegensteuern notwendig.

Karate-Training mindert klassische Auslöser aggressiven Verhaltens

Kann man durch Kampfsportarten tatsächlich auch psychisch gesünder werden? Die Antwort lautet: Ja. Es spricht einiges dafür.

So konnte Astrid Ingrid Albrecht bereits 1993 in ihrer Diplomarbeit interessante Auswirkungen von Karate-Training auf das allgemeine Befinden und auf das Aggressionsmotiv feststellen. Über eine Vorher-Nachher-Veränderungsmessung konnte sie zeigen, dass durch das Training eine signifikante Zunahme der Konzentration, Aktiviertheit, Extravertiertheit, Entspannung, Selbstsicherheit, gehobenen Stimmung und Begeisterung zu beobachten war. Ohne Training beobachtete sie Langeweile, Desaktiviertheit, Erregtheit, Aggressivität, Ängstlichkeit, Auflehnung und Deprimiertheit. Die Ergebnisse waren nicht zufällig und nicht tendenzieller Art, sondern signifikant:

„Es kann also davon ausgegangen werden, dass Karate-Training im allgemeinen nicht zu Befindensänderungen führt, die aggressives Verhalten begünstigen, sondern im Gegenteil gerade klassische Auslöser aggressiven Verhaltens wie Frustration (…) oder Ängstlichkeit wie auch Erregtheit (…) signifikant vermindert werden.” (Albrecht 1993, S. 118)

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