Was andere über mich schreiben:

Franziska Kelly

Wie kommt eine Frau wie Sie dazu, Krimis zu schreiben?, werde ich oft gefragt.
(in der Frage steckt dies: aber Sie sind doch Psychologin und arbeiten mit Gewaltopfern!)

Nun, die Antwort kommt mir leicht von den Lippen:

Auch ich brauche meine Psychohygiene!

Natürlich ist das nicht alles, denn das Schreiben an sich bereitete mir schon immer Vergnügen und den ‚süßen Schmerz’ der damit verbundenen Anstrengung. Es ist ein Muss! Wie das wahre Leben eben...

Was nun die Krimis – ob nun Kurze oder Romane – angeht, so kann ich behaupten, dass ich bei sehr vielen Verbrechen und Verbrechensarten noch nicht einmal recherchieren muss. Ich arbeite ja seit 15 Jahren im Verbrechensbereich. Als Psychologin, als Menschenrechtlerin, als Sachverständige auf Anhörungen auf Landes–, Bundes– und EU-Ebene. Ich habe mit Kripobeamten, Interpol, Wissenschaftler/innen und spezialisierten Journalist/innen in interdisziplinären Teams zusammengearbeitet. Unter anderem im Europarat. Immer ging es um Verbrechen gegen Kinder und/oder Frauen: sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, Prügel, Psychoterror und Folter. Eines meiner Spezialgebiete ist das Internet; die neue ‚Spielwiese’ für einzelne Kriminelle und ganze Organisationen.

Ich kann die Zahl der real verübten Verbrechen, deren Auswirkungen auf die Opfer ich auf die eine oder andere Weise miterlebt habe, nicht mehr zählen. Da sind so viele Gräueltaten in meinem Kopf und in meinem Herzen. Aber eben auch Geschichten! Sie alle zu erzählen, würde mehr als ein Leben erfordern...

Bei allem Grauen habe ich mir jedoch immer eines bewahren können: den Humor. Ich liebe es, Menschen zum Lachen zu bringen!

Und das Schöne beim Krimischreiben ist: man kann hier beides vereinen. Ich glaube – das ist es, was mich zum ‚kriminellen’ Fabulieren bringt. Immer wieder.