Aktuelles 2009

29. März 2009

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Pressemitteilung 29.03.2009

Angesichts der aufgedeckten Inzest-Fälle in Österreich (Amstetten) und Italien (Turin) stellen die Vereine MELINA e.V. und Lobby für Menschenrechte e.V. fest:

Wir sind verwundert über das Entsetzen und Erstaunen der Öffentlichkeit.

Es ist doch – nach inzwischen zahlreichen vorliegenden Studien – bekannt, dass die überwältigende Mehrheit aller Taten im Bereich der sexualisierten Gewalt im sozialen Nahraum verübt wird.

Die Fälle in Österreich und Italien sind also keineswegs Einzelfälle. Trotzdem werden sie so dargestellt. Die Skandalisierung dieser Verbrechen als Einzelfälle, auch in den Medien, trägt dazu bei, ein falsches Bild von der Lebenswirklichkeit darzustellen.

Die sexualisierte Misshandlung von Mädchen und Jungen durch Väter, Großväter, ältere Brüder und Onkel ist ein weit verbreitetes Gewaltphänomen. Diese Tatsache zu verschweigen, schadet allen Opfern und letztlich der gesamten Gesellschaft. Denn die Täter können sich dadurch sicher fühlen und weiterhin Seelenmord an ihren kindlichen und jugendlichen Opfern verüben.

Dies gilt weltweit! - Das ist unerträglich!

Sexualisierte Gewalt ist das Schlimmste, was man einem Menschen antun kann. Die Aussage des Täters während der Tat lautet: „Du existierst nicht!

Sexualisierte Gewalt durch nahe Bezugspersonen ist das schlimmste Verbrechen. Neben dem damit verbundenen absoluten Vertrauensmissbrauch werden Menschen bis in die Grundfeste ihrer Existenz erschüttert und nachhaltig geschädigt. Dies von Menschen, die sie eigentlich beschützen, fördern und lieben sollten.

MELINA e.V. und Lobby für Menschenrechte e.V. fordern:

  • Augen auf!

  • Keine weitere Skandalisierung von einzelnen Fällen als Einzelfälle, da diese nur die Spitze des Eisberges sind.

  • Schluss mit der Verdrängung! Die Gesellschaft muss sich dieser weit verbreiteten, krassen Gewaltproblematik endlich stellen und ebenso „krasse” und nachhaltige Maßßnahmen ergreifen.

  • Eine Lobby für die Opfer!

  • Die Verjährungsfristen müssen weltweit – und endlich auch in Deutschland – nicht nur im Strafrecht, sondern auch im Zivilrecht aufgehoben werden, damit Gewaltüberlebende dann reden können, wenn sie können. Auch wenn dies erst Jahrzehnte nach den Taten möglich sein wird.

  • Kostenlose Hilfen und Therapien für die Opfer nach ihrer Wahl; ohne lange und zermürbende Wege durch die Instanzen und Behörden.

  • Eine deutliche Aufstockung der Finanzierung des gesamten Helfer/innen-Systems sowie dessen Absicherung.

  • Verpflichtende Fortbildungen für die Tätigen in Strafverfolgungsbehörden und Rechtsprechung.

Kontakte:

M.E.L.I.N.A Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung e.V.
V.i.S.d.P. M.E.L.I.N.A e.V.
Kontakt: 0711 - 3580571
Webseite : http://www.melinaev.de
E-mail: Melina.ev@t-online.de


(ehemaliger Verein) Lobby für Menschenrechte e.V
E-mail: beate@beate-blumenthal.ch

Pressemitteilung zum Downloaden

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