Literaturhinweise

MONIKA GERSTENDÖRFER

Der verlorene Kampf um die Wörter

Opferfeindliche Sprache bei sexualisierter Gewalt Ein Plädoyer für eine angemessenere Sprachführung

ca. EUR (D) 19,50; sFr 34,30; EUR (A) 20,10 200 Seiten - kart.
ISBN-10: 3-87387-660-4
ISBN-13: 978-3-87387-641-5

Über dieses Buch

Kinderschänder gibt es nicht.” Was für eine provokant klingende und irritierende Aussage! Doch die wahren Provokateure sind wir. Denn wir alle benutzen solche Unwörter wie „Kinderschänder”, „Sextouristen”, „Triebtäter”, „Sexgangster” und damit eine im wahrsten Sinne des Wortes gewalttätige Sprache. Wörter, Begriffe und Namenstäfelchen, die Tat und Täter nicht beim Namen nennen und so die wirkliche Problematik nicht erfassen, sondern die Opfer (nochmals) verletzen, die Taten bagatellisieren und die Täter entlasten.

Sprache ist eine perfide Waffe, wenn sie sich gegen die Opfer richtet. Im Problembereich der sexualisierten Gewalt ist das leider die Regel. Die Folgen für Opfer, Täter und die ganze Gesellschaft können so nie ans Tageslicht kommen und einer Problemlösung zugeführt werden. Unsere Sprache spiegelt und schafft Wirklichkeit - eben auch Gewaltwirklichkeit. Und sie verschleiert und bagatellisiert, wenn wir von „Beziehungsdramen” oder „Familienstreitigkeiten” reden, wo es tatsächlich um brutale Morde ging.

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