Der verlorene Kampf um die Wörter

MONIKA GERSTENDÖRFER

Der verlorene Kampf um die Wörter

Opferfeindliche Sprache bei sexualisierter Gewalt Ein Plädoyer für eine angemessenere Sprachführung

Mit einem Vorwort von Michaela Huber

ca. EUR (D) 19,50; sFr 34,30; EUR (A) 20,10
200 Seiten - kart.
ISBN-10: 3-87387-660-4
ISBN-13: 978-3-87387-641-5

Über dieses Buch

Kinderschänder gibt es nicht.” Was für eine provokant klingende und irritierende Aussage! Doch die wahren Provokateure sind wir. Denn wir alle benutzen solche Unwörter wie „Kinderschänder”, „Sextouristen”, „Triebtäter”, „Sexgangster” und damit eine im wahrsten Sinne des Wortes gewalttätige Sprache. Wörter, Begriffe und Namenstäfelchen, die Tat und Täter nicht beim Namen nennen und so die wirkliche Problematik nicht erfassen, sondern die Opfer (nochmals) verletzen, die Taten bagatellisieren und die Täter entlasten.

Sprache ist eine perfide Waffe, wenn sie sich gegen die Opfer richtet. Im Problembereich der sexualisierten Gewalt ist das leider die Regel. Die Folgen für Opfer, Täter und die ganze Gesellschaft können so nie ans Tageslicht kommen und einer Problemlösung zugeführt werden. Unsere Sprache spiegelt und schafft Wirklichkeit - eben auch Gewaltwirklichkeit. Und sie verschleiert und bagatellisiert, wenn wir von „Beziehungsdramen” oder „Familienstreitigkeiten” reden, wo es tatsächlich um brutale Morde ging.

Immer an der Wirklichkeit (der Opfer) vorbei ... Diese Wirklichkeit wird im Buch ins Zentrum gerückt. So wird deutlich, dass sich Vieles ändern muss. Eben auch unsere Sprachführung. Wir alle können so zum Kampf gegen Gewalt beitragen, denn Sprache ist - genau wie die Menschen, die sie benutzen - lebendig!

Interessante Vorträge:
19. April 2007 in Nürnberg
Vortrag zum Problembereich „Sprachführung im Problembereich von Prostitution”
Nähere Angaben hier (PDF)

LIBRIKON - online-Magazin für Kinderbuchkultur
Interview mit Monika Gerstendörfer: Eine Frage der Kultur

„Librikon: Ihr Buch „Der verlorene Kampf um die Wörter” ist ein Plädoyer für einen feinfühligeren Umgang mit Sprache bei Ausdrücken aus dem Bereich sexualisierter Gewalt. Solche Forderungen können, gerade in Bezug auf Wortwahl in Kinder- und Jugendbüchern, Erfolg haben, man denke nur an Negerküsse, Zigeuner oder Eskimos. Verlage und Autoren, die schwierige Themen in Büchern für Jugendliche angehen, sollten bemüht sein, eine angemessene Sprache zu verwenden. Bei welchen Begriffen empfehlen Sie genaues Hinsehen?

Monika Gerstendörfer: Bei allen Begriffen, die ...”

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